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Archive für 23.2.2009
Ausschnitt aus Sommerliebe
23.2.2009 by scrittore.
Urlaubsgeschichten
Im Halbschlaf lauschte ich dem Geplauder der Amseln, die sicherlich gerade
ihr Frühstück zubereiteten.
Ich genoss es, noch ein wenig zu dösen.
Ich öffnete vorsichtig ein Auge und sah, dass die Sonne schon die Dächer mit
ihrem warmen Licht überzog.
Ein Blick auf den Wecker, es waren noch zehn Minuten Zeit. Ich schloss wieder
meine Augen und dachte, soll er nur seine Pflicht tun.
Plötzlich plärrte der Wecker los. Ich schrak hoch, wollte aus dem Bett
springen, da fiel mir ein, es ist Sonntag.
Also ganz gemütlich aufgestanden, ausgiebig gereckt, jeden einzelnen Muskel
begrüßt, dann den Slip abgestreift und ins Bad marschiert.
Zwischendurch noch die Jalousien hochgezogen, die Terrassentür geöffnet,
einen Blick riskiert.
Hm, es war noch ganz schön kalt, obwohl die Sonne sich alle Mühe gab.
Es war Juni, ein bemerkenswert kühler Juni bis gestern, und ich machte, dass
ich ins Bad kam. Vorher aber noch die Espressomaschine angeworfen und die
Vitaminpillen geschluckt, Vitamin E, wegen der Vitalität.
Das kalte Wasser der Dusche prasselte über meinen kunstvoll eingeseiften
Körper und weckte wieder alle Lebensgeister, alle!!
Ich vermisste Eva.
So noch rasieren, Zähne putzen, die üblichen Verrichtungen eben.
Ich musterte mich im großen Spiegel und war eigentlich ganz zufrieden mit
meinem Bild. Nun ja, zwei, drei Pfund weniger könnten es schon sein. Ein
paar Wochen Kraft- und Ausdauertraining würden meinen Body wieder in Form
bringen und die Spuren der Lebkuchendiät, wie Eva etwas süffisant bemerkt
hatte, verschwinden lassen.
Eva war seit zwei Wochen bei der Familie ihrer Schwester um die Kinder zu
hüten. Ihre Schwester Josefa war schon längere Zeit bettlägerig und so war
Eva kurz entschlossen nach Podersdorf gereist und versorgte ihren Schwager
Karl und die zwei Kinder, Jonathan, 7 Jahre alt, und Miriam, 4 Jahre alt.
Sie hatte mir, als sie sich von mir verabschiedete, ins Ohr geflüstert, da
kann ich schon ein wenig üben, während dabei eine zarte Röte ihr Gesicht
überzog.
Morgen würde ich sie abholen, und dann ginge es gen Süden, genauer gesagt in
die Toskana nach San Gimigniano, wo wir zwei Wochen Urlaub verbringen
würden.
Nachdem ich mich ausgiebig im Spiegel gemustert hatte, mir recht zufrieden
grinsend die Zunge rausgestreckt hatte, schlüpfte ich in meine Wäsche,
streifte Jeans und T-Shirt über, strich mir kurz über meine Haare, verließ
das Bad und setzte mich in der Küche an den Frühstückstisch.
Frau Palfner, Tante Maria jetzt, war zur Kur in Bad Ischl, so dass ich
mutterseelenallein in dem großen Haus hockte.
Unter der Woche machte mir das nicht viel aus, da ich bis spät in der
Apotheke arbeitete, gern auch mal die Nachtschicht übernahm, oder mit Hannes
einen Zug durch die Lokale veranstaltete.
Fortsetzung zum Download auf www.schreibwerkstatt2000.de
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Konstantin Wecker
23.2.2009 by scrittore.
eines seiner bewegendsten Lieder: “Willy”
“Willy”
Mei, Willy, jetz wo i di so doliegn sich, so weit weg hinter dera Glasscheibn, genau oa Lebn zweit weg, da denk i ma doch, es hat wohl so kumma müaßn, i glaub oiwei, du hast as so wolln, Willy.
Ogfanga hat des ja alles 68, woaßt as no: Alle zwoa san ma mitglaffa für die Freiheit und fürn Friedn, mit große Augn, und plärrt habn ma: Bürger laßt das Glotzen sein, kommt herunter, reiht euch ein! ? und du warst halt immer oan Dreh weiter wia mir, immer a bissen wuider und a bisserl ehrlicher.
Mia habns eana zoagn wolln, Willy, und du hast ma damals scho gsagt: Freiheit, Wecker, Freiheit hoaßt koa Angst habn, vor neamands, aber san ma doch ehrlich, a bisserl a laus Gfühl habn ma doch damals scho ghabt, wega de ganzen Glätzen, die einfach mitglaffa san, weils aufgeht, wega de Sonntagnachmittagrevoluzzer: d´Freindin fotzen, wenns an andern oschaugt, aber über de bürgerliche Moral herziagn ? die gleichn, Willy, die jetzt ganz brav as Mei haltn, weils eana sonst naß nei geht ? und du hast damals scho gsagt, lang halt des ned, da is zvui Mode dabei, wenn scho die Schickeria ihrn Porsche gegan 2 CV umtauscht, dann muaß was faul sei an der großen Revolution, mitlaffa ohne Denken ko hofft ma guat sei, aa ned für a guate Sach.
Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn.
Dann hast plötzlich mim Schlucka ogfanga, und i glaub, a bissen aufgebn hast damals scho. I versteh di, des is ja koa Wunder, wenn man bedenkt, was alles wordn is aus de großen Kämpfer. Heit denkas ja scho mit 17 an ihr Rente, und de Madln schütteln weise an Kopf, wenn d´Muater iam Mo as Zeig hischmeißt und sagt, mach doch dein Krampf alloa, i mächt lehntrotzdem, Willy, ma muaß weiterkämpfen, kämpfen bis zum Umfaun, a wenn die ganze Welt an Arsch offen hat, oder grad deswegn.
Und irgendwann hast dann ogfanga, die echten Leit zum suacha, de wo ned dauernd ja, Herr Lehrer, sagn, hinten in Jene Kneipn am Viktualienmarkt und am Bahnhofseck, echter san de scho, Willy, aber i hab di gwarnt, aufpassen muaßt bei dene, weil des san Gschlagene, und wer dauernd treten werd, der tritt halt aa amoi zruck, aber du hast koa Angst ghabt, i kenn di doch, mia duad koana was, mei, Willy, du dummer Hund du, jetzt sickst as ja, wia da koana was duad.
Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn.
Sakrament ? Willy ? warst gestern bloß aufm Mond gwesen oder aufm Amazonas in am Einbaum oder ganz alloa aufm Gipfel, drei Schritt vom Himme weg, überall, bloß ned in dera unselign Boazn!
I hab in da Früah no gsagt, fahrn ma raus, as Wetter is so glasig, die Berg san so nah, schwänz ma a paar Tag, wia damals in da Herrnschui, an Schlafsack und die Welt in der Taschn, aber du hast scho wiederamoi oan sitzn ghabt in aller Früah, und am Abnd hast as dann wiedaramoi zoagn müaßn, daßd doch no oana bist.
Am Anfang wars ja no ganz gmüatlich. Und natürlich habn ma den alten Schmarrn wieder aufgwärmt, wieder amoi umanandgstritten, wer jetz eigentlich mim Lehrer Huber seiner Frau poussiert hat am Faschingsball, sentimental san ma gwordn, so richtig schee wars, bis der Depp an unsern Tisch kumma is mit Beim Dreikantschlüsselkopf, kloa, schwammig und braun. Und dann hat a uns gfragt, ob ma beim Bund gwesen san, na ja, des habn ma ja noch ganz lustig gfunden, und daß a so froh wär, daß fetz wieder Ordnung kummt in die rote Staatssauce, und die Jugend werd ja aa wieder ganz vernünftig, und die Bayern wissens as eh scho lang, wos lang geht politisch, Willy, i hab gnau gwußt, des haltst du ned lang aus, und dann hat a plötzlich as Singa ogfanga, so was vom Horst Wessel. Hinten an de andern Tisch habns scho leise mitgsummt, und dei Birn is ogschwolln, und plötzlich springst auf und plärrst:
Halts Mei, Faschist!
Stad wars, knistert hals. Die Luft war wiara Wand. Zum Festhalten. Da hält ma no geh kenna, Willy, aber na, i verstehs ja, du hast bleibn muäßn, und dann is losganga an de andern Tisch: Geh doch in d´Sowjetunion, Kommunist! Freili, Willy, da muaß ma narrisch werdn, wenns scho wieder soweit is, aber trotzdem, laßn geh, hab i gsagt, der schad doch neamands mehr, der oide Depp, nix, hast gsagt, alle Schadens, de oiden und de junga Deppen, und dann hat der am Nebentisch plötzlich sei Glasl daschlogn, ganz ruhig, und is aufgstanden, Willy, du dumme Sau, i hab di bei da Joppen packt und wollt di rausziagn, obwohl i´s scho nimmer glaubt hab, und du hast di losgrissen: Freiheit, des hoaßt koa Angst habn vor neamands, und bist auf ean zua und nacha hat a halt auszogn… Willy, Willy, warn ma bloß weggfahrn in da Früah, i hält di doch no braucht, wir alle brauchen doch solche, wia du oana bist!
Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn.
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Herr Williamson
23.2.2009 by scrittore.
Der Holocaustleugner, der unheilige Priester einer obskuren katholischen Fundamentalistensekte befindet sich auf der Flucht vor seiner Verantwortung.
Kein Staat will sich eine Laus in den Pelz setzen.
weitere ausführliche Informationen in der Wikipedia
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