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Gallo Nero
Dieser Eintrag stammt von scrittore Am 20.2.2009 @ 18:44 In Dies und das | Keine Kommentare
—-Ausschnitt———
Wir bogen um eine Ecke, überquerten eine kleine Brücke und standen am Anfang einer engen dunklen Gasse. Etwa zwanzig Meter weiter in der Gasse leuchtete ein Schild, Trattoria Gallo Nero, zum Schwarzen Hahn also. Sehr appetitanregende Düfte wehten uns entgegen und zogen uns magisch vorwärts. Es war eine winzige Trattoria, nur fünf oder sechs Tische, an denen ganze Familien tafelten, und in einer Ecke in einer Nische, ein Tisch für vier Personen. Eine korpulente ältere Frau lächelte uns breit an, gestikulierend und unter ständigen Redefluss lotste sie uns zum Tisch. Blitzschnell war eine weiße Tischdecke übergeworfen und stand eine Vase mit Blumen auf dem Tisch. Sie legte uns jedem eine handgeschriebene Karte vor, auf der nur drei Gerichte standen. Wir bestellten eine Literkaraffe mit Rotwein, dazu stellte sie uns einen Korb mit Weißbrotscheiben und kleine Tellerchen, sowie ein Fläschchen Öl und etwas Salz auf den Tisch.
“Habt ihr so was schon mal gegessen?” meinte Maria, ”wartet, ich zeig euch, wie das geht.”
Sie nahm eine Weißbrotscheibe, tropfte etwas Öl darauf und streute dann Salz darüber.
“Probiert mal, das ist einfach köstlich.” sagte Maria dann auffordernd und Hannes an stupsend.
Vorsichtig probierten wir die Weißbrotscheiben, und es schmeckte uns ausgezeichnet.
Der Rotwein war ebenfalls süffig und trank sich ausgezeichnet.
Die Signora des Hauses kam mit einem strahlenden Lächeln auf uns zu, als sie sah, wie gut es uns schmeckte.
“Mi chiamo Maria, e lei?” verstand ich. Ich kramte meine Italienisch Kenntnisse zusammen und verstand, das sie sich vorstellte.
“Mi chiamo Peter, la mia ragazza chiama Eva, la signora a la destra chiama anche Maria, e lui che Hannes,” brachte ich mühsam zusammen.
Wort- und gestenreich empfahl sie uns ein Menü. Nachdem wir genickt hatten, rief sie in einem wahren Wortschwall und in einer Schnelligkeit quer durch das Lokal zur Küche hinüber.
Dann setzte sie sich zu uns, stieß mit einem Glas Wasser mit uns an und strahlte über das ganze Gesicht. Mit Händen und Füßen brachten wir ein Gespräch in Gang. Gottseidank verstand sie ein paar Brocken deutsch. Wir kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus, während wir uns unterhielten.
Wir verstanden soviel, das sie schon dreißig Jahre verheiratet war, fünf Kinder hatte, die alle im Lokal mithalfen, das ihr Mann tagsüber in einer Fabrik in Mestre auf dem Festland arbeitete und das selten Touristen bei ihr einkehrten, weil das Lokal so abgelegen war.
Da kam auch schon das Essen. Ihr ältester Sohn, schwarzes lockiges Haar, dunkelbraune Augen, mittelgroß mit schwarzer Hose, weißem Hemd und einer schwarzen Weste bekleidet, servierte eine große Platte mit den verschiedensten Vorspeisen. Ich sah Schinken mit Melone, kleine gebratene Gemüsestückchen, Sardellen, Pastetchen und vieles andere mehr.
Sie wünschte uns ein “Bon apetito” und rauschte wieder in Richtung Küche.
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