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Die Bielefeld-Verschwörung!

Dieser Eintrag stammt von scrittore Am 16.2.2009 @ 08:37 In Dies und das | Keine Kommentare

aus Computerwissen Daily - Torsten Kieslich

Ja, in der Tat, es geht um Bielefeld, die Stadt, der man nachsagt, Inspiration für den Raumschiff-Enterprise-Slogan „…die nie ein Mensch zuvor gesehen hat“ gewesen zu sein. Waren Sie schon einmal in Bielefeld? Sehen Sie, genau darum geht es bei der Bielefeld-Verschwörung.

Bielefeld, das fanden die investigativen Web-Surfer der Seite [1] www.b-i-e-l-e-f-e-l-d.de heraus, gibt es nämlich gar nicht. Die Stadt, die angeblich in Ostwestfalen angesiedelt ist, sei nichts als eine Luftnummer – eine inszenierte Verschwörung, um uns alle in die Irre zu führen. Das Autokennzeichen „BI“ – eine Fälschung. Stadtpläne und Fotos – frei erfunden! Sogar eine virtuelle Fußballmannschaft namens „Arminia“ sei aufgebaut worden, um die Illusion perfekt zu machen.

Welche Tragweite die „Bielefeld-Verschwörung“ hat, wird schnell klar, wenn man den Einleitungstext der Webseite der ursprünglichen Entdecker dieser Verschwörung ansieht:

„Warnung: Diese Seite enthält Material, von dem SIE nicht wollen, dass es bekannt wird. Speichern Sie diese Seite nicht auf Ihrer lokalen Platte ab, denn sonst sind Sie auch dran, wenn SIE plötzlich bei Ihnen vor der Tür stehen; und das passiert schneller als man denkt. Auch sollten Sie versuchen, alle Hinweise darauf, dass Sie diese Seite jemals gelesen haben, zu vernichten. Tragen Sie diese Seite auf keinen Fall in ihre Hotlist/Bookmarks/etc… ein!!! Vielen Dank für die Beachtung aller Sicherheitsvorschriften.“

Die Webseite mit diesem Hinweis ist inzwischen im Internet nicht mehr erreichbar. Sie wurde stillgelegt – von IHNEN? Aber das Internet ist groß und zahlreiche unerschrockene Webseitenbesitzer wehren sich gegen den Bielefeld-Mythos und geben die Informationen unter der Hand weiter.

Was hat es mit Bielefeld auf sich? Aufschluss darüber gibt die „Ur-Seite“, die die „Verschwörung“ aufdeckte:

„Vor einigen Jahren fiel es einigen Unerschrockenen zum ersten Mal auf, dass in den Medien immer wieder von einer Stadt namens ‘Bielefeld’ die Rede war, dass aber niemand jemanden aus Bielefeld kannte, geschweige denn selbst schon einmal dort war. Zuerst hielten sie dies für eine belanglose Sache, aber dann machte es sie doch neugierig. Sie unterhielten sich mit anderen darüber, ohne zu ahnen, dass dies bereits ein Fehler war: Aus heutiger Sicht steht fest, dass jemand geplaudert haben muss, denn sofort darauf wurden SIE aktiv. Plötzlich tauchten Leute auf, die vorgaben, schon einmal in Bielefeld gewesen zu sein; sogar Personen, die vormals noch laut Zweifel geäußert hatten, berichteten jetzt davon, sich mit eigenen Augen von der Existenz vergewissert zu haben - immer hatten diese Personen bei ihren Berichten einen seltsam starren Blick. Doch da war es schon zu spät - die Saat des Zweifels war gesät. Weitere Personen stießen zu der Kerngruppe der Zweifler, immer noch nicht sicher, was oder wem man da auf der Spur war.

Dann, im Oktober 1993, der Durchbruch: Auf der Fahrt von Essen nach Kiel auf der A2 erhielten vier der hartnäckigsten Streiter für die Aufdeckung der Verschwörung ein Zeichen: Jemand hatte auf allen Schildern den Namen ‘Bielefeld’ mit orangem Klebeband durchgestrichen. Da wusste die Gruppe: Man ist nicht alleine, es gibt noch andere, im Untergrund arbeitende Zweifler, womöglich über ganz Deutschland verteilt, die auch vor spektakulären Aktionen nicht zurückschrecken. Von da an war uns klar: Wir müssen diese Scharade aufdecken, koste es, was es wolle!“

Die Macher der Aufklärungs-Webseiten belegen eindringlich, dass Fotos der vorgeblichen Stadt am Computer entstanden sein müssen und die als Einwohner auftretenden Menschen nur Statisten sein können. Und tatsächlich passen die Puzzlestücke zueinander – Bielefeld gehört in eine Reihe mit anderen großen Verschwörungen wie der ersten Mondlandung (hat nie stattgefunden und wurde in der Wüste von Arizona gespielt) oder dem Untergang der Titanic (das war ein Versicherungsbetrug mit dem Schwesterschiff Olympic).

Soweit der damalige Bericht, der natürlich nicht ernstgemeint war. Bei der „Bielefeld-Verschwörung“ handelt es sich um eine Parodie auf die – dann tatsächlich meist ernstgemeinten – Verschwörungstheorien, die sich im Internet finden.

Sie sehen, im Internet ist Raum für jeden noch so abwegigen Gedanken, denn schon von jeher war das Web auch ein Hort für Verschwörungstheoretiker. Zum Glück eben auch für eher humoristische…

Die Geschichte findet hier aber mitnichten ihr Ende. Der Grund, warum ich sie noch einmal ausgegraben habe, findet sich in einer aktuellen dpa-Meldung, nach der das seit 15 Jahren kursierende Gerücht nun verfilmt werden soll.

"Die ganze Kommunikation in Bielefeld ist kontrolliert - eine moderne Version der DDR", sagte der Leiter des Filmprojekts, Fabio Magnifico, am Freitag an dem Ort, der Bielefeld genannt wird, der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Dieser Mythos ist einzigartig auf der Welt."

Ob diese Filmabsichten nun wiederum eine geschickte Weiterführung des Bielefeld-Kults sind oder ob an der Sache wirklich etwas dran ist, lässt sich leider noch nicht mit Sicherheit sagen. Spannend fände ich den Bielefeld-Film aber schon.

Angeblich soll bis zum Frühjahr 2010 ein "Agenten-Thriller im Stil von James Bond" entstehen. Gedreht werden soll, so die Meldung, in Griechenland - und in Bielefeld. Das Filmprojekt ist eine Koproduktion von Medienwissenschaftern der Universität Bielefeld und dem Bielefeld Marketing. Womit zumindest bewiesen ist, dass die Bielefelder, sofern sie existieren, über Humor und gesunden Geschäftssinn verfügen.

Wenn Sie sich selbst einen Eindruck vom Ausmaß der Bielefeld-Verschwörung machen wollen, schauen Sie auch hier nach:
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Bielefeldverschwörung


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[1] www.b-i-e-l-e-f-e-l-d.de: http://www.b-i-e-l-e-f-e-l-d.de
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Bielefeldverschwörung: http://de.wikipedia.org/wiki/Bielefeldverschw%C3%B6rung

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