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Archive für 18.1.2009
Der Blick in den Spiegel
18.1.2009 by scrittore.
Wunschbild, es gibt viel zu tun
Am Morgen nach(*) Neujahr ist der Blick in den Spiegel eine schonungslose Konfrontation mit der Wirklichkeit.
Der Körper, der im Sommer noch Bikini, bzw. Badehosen tauglich war, hat sich nach Steinzeitmanier eine ordentliche Speckschicht zugelegt. Lebkuchen, Marzipan und die fetten Zumutungen der Feiertagsbraten bleiben den entsetzen Blicken nicht verborgen.
Stoische Gemüter werden jetzt die Spiegel verhängen, andere sich eine Frühjahrsdiät verschreiben.
Man erkennt sie an einer, sich und der Umgebung gegenüber zunehmenden Reizbarkeit.
Partner dieser Menschen ernten missbilligende Blicke, wenn sie ein kräftiges Mahl genießen, während ihr gegenüber an einer Mohrrübe zuzzelt.
Wenn dann nach Wochen der Kasteiung, hin und wieder die Frage fällt: „Findest du, dass ich zu dick bin?“ könnte es Grund für einen Mord im Affekt sein, diese Frage nicht sofort mit einem entschiedenen „NEIN“ zu beantworten und zudem vorsichtshalber den Kopf energisch zu schütteln. Auch wenn einem eigentlich noch kein nennenswerter Fortschritt beim Abbau der Speckröllchen auffällt.
Jetzt werden langsam die Gemüter wieder heiterer, und der Blick in den Spiegel bringt nicht sofort Panikattacken hervor.
Wenige Wochen vergehen noch und die geliebte Jeans, eine Hose, die nichts verzeiht, passt wieder, wie einst im Mai.
Bikini und Badehose lassen den Insassen nicht mehr ausschauen wie in eine zu kleine Wurstpelle gezwängt. Und der Blick bleibt lustvoll auf der eigenen PartnerIn hängen und schweift nicht mehr in fremde Gefilde.
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