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Kannibalismus aus Not

Dieser Eintrag stammt von scrittore Am 10.10.2008 @ 16:21 In Dies und das, Makaberes | Keine Kommentare

Gestern lief auf N24 eine Sendung über dieses Thema.

Drei authentische Fälle wurden dargestellt

Tasmanien, Australien war Anfang des 19. Jahrhunderts noch eine abgelegene Strafkolonie der Briten.

Einer Gruppe Gefangener gelang die Flucht durch den nahezu undurchdringlichen Regenwald. Die Gruppe hatte außer einer Axt keine Waffen und es gab so gut wie kein jagdbares Wild. Schon bald wurde aus Hunger das erste Opfer geschlachtet und verspeist. Im Lauf des mehrere Wochen langen Martyriums, blieb nur ein Gefangener übrig.

Er stellte sich freiwillig, nur man glaubte ihm nicht, dass er Menschenfleisch gegessen hätte. Das war jenseits des Vorstellungsvermögens der Territorialverwaltung. So wurde er wieder ins Straflager gesperrt.

Kurze Zeit später überredete ein Mitgefangener ihn zu einer neuerlichen Flucht.

Er tötete während der Flucht auch diesen Gefangenen und geriet kurz später wieder in Gewahrsam. Jetzt glaubte man ihm und er wurde zum Tode durch den Strang verurteilt.

Der zweite Fall spielte nach einem Schiffbruch im Atlantik. Die vier Männer waren ohne ausreichend Wasser und Nahrung. Der Schiffsjunge trank in der Not Meerwasser und stand kurz vor dem Tod. Um sich und die beiden anderen zu retten wurde der Schiffsjunge getötet, geschlachtet und verzehrt. Nach weiteren tagen wurden die drei Überlebenden von einem Schiff gerettet und nach England gebracht.

Die Regierung wollte ein Exempel statuieren und verurteilte die Männer zum Tode. Obwohl über lange Zeit diese Praxis in Seenot toleriert wurde. Da landesweite Proteste laut wurden, begnadigte man die Männer nach kurzer Zeit und ließ sie wieder frei.

Der dritte Fall spielte im 2. Weltkrieg in Neuguinea, das von Japan besetzt war. Da die lebensnotwendige Logistik zusammenbrach, waren nach kurzer Zeit keine Nahrungsmittel mehr zur Verfügung und auch das Land lieferte keine lebenswichtige Proteinnahrung in Form von größeren Säugetieren.

In kurzer Zeit verhungerten nahezu 90% der Truppen.

In dieser Not wurden mehrere hundert Kriegsgefangene getötet und verspeist.

Was wird geschehen, wenn die Weltbevölkerung weiter so wächst, bei gleichzeitig drastischem Rückgang der Anbaugebiete für Nahrung und den Folgen des Klimawandels?


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