Archive für August 2008

Kleine Neiße Radtour Teil 2

Tag 3: In Zittau
Nach dem Frühstück radelten wir die wenigen Kilometer bis Zittau auf dem Neiße Radwanderweg. Nach wenigen hundert Metern erreichten wir das Dreiländereck zwischen Deutschland, Polen und Tschechien. Hier fanden zur EU Erweiterung die großen Feierlichkeiten mit den Regierungschefs der drei Länder statt.
Weiter ging es an der Neiße bis zum Grenzübergang an der Friedensstraße. Dann verließen wir den Fluss und erreichten nach ein paar hundert Metern durch die Weinau unseren heutigen Rastplatz. Wir stellten die Räder ab und machten uns zu Fuß auf den Weg um uns Zittau anzuschauen. Die Altstadt ist vollständig von Wallanlagen umgeben und wird von der Ringstraße umkreist.
Mitte des 13. Jahrhunderts wurde Zittau von König Ottokar von Böhmen zur Stadt erhoben und war bis 1635 habsburgisch-böhmisch.
Zwei der größten Sehenswürdigkeiten Zittaus sind das große und das kleine Fastentuch, zwei monumentale Bildteppiche, die heute in der Kirche zum heiligen Kreuz und dem ehemaligen Kloster hängen.
Wir liefen durch die Frauenstraße zum Neumarkt. Hier steht das mittelalterliche Salzhaus, ein ehemaliger Getreidespeicher und Marstall. Weiter geht es zum Marktplatz mit dem italienisch anmutenden Rathaus. Da die Sonne schien, setzten wir uns vor dem Café Filmriss an einen Tisch und genehmigten uns ein süffiges dunkles Eibauer Bier. Das gab die richtige Kondition um uns auf die Besteigung des Turms der Johanniskirche vorzubereiten. Nach ein paar hundert Stufen erreichten wir etwas außer Atem den Turmrundgang und hatten von hier eine herrliche Aussicht auf das Umland zum Zittauer Gebirge.
Mittags aßen wir im Biergarten der Fleischerbastei.
Für den Abend hatten wir uns einen Tisch in der Seegerschänke reserviert, der eine der urigsten Kneipe Zittaus.
Die Wände sind mit über hundert Uhren behängt, die jede eine andere Zeit anzeigen. Das Essen war hervorragend und wir liefen durch die laue Nacht zu unserem Quartier.
Tag 4: Zittau-Görlitz
Schon früh saßen wir wieder auf unseren Rädern und radelten gemütlich aus Zittau heraus Richtung Görlitz. Wir kamen durch mehrere kleine Orte und erreichten bald Ostritz mit dem Kloster Marienthal. In der zum Kloster gehörigen Klosterschenke ließen wir uns bewirten, besichtigten das Kloster, das älteste und seit 1234 bestehende des Zisterzienserinnenordens und die Umgebung.
Von Ostritz aus ging es vorbei, immer parallel zur Grenze, über Hagenwerder, wo ein riesiger Tagebaubagger als Industriemuseumssehenswürdigkeit steht. Die ehemalige Braunkohlengrube ist zum größten Teil geflutet und nennt sich nun Berzdorfersee (für Görlitzer auch Görlitzer Meer). Obwohl es noch kaum Schatten gibt, da die Bepflanzung erst wachsen muss, suchen wir uns ein lauschiges abgeschiedenes Plätzchen, um hüllenlos zu baden und uns von der Sonne braten zu lassen. Das schwimmen und entspannen tut nach den im Sattel verbrachten Stunden wirklich gut und kühlt die strapazierten Muskeln, die dann von der Sonne wieder aufgewärmt werden. Nach ein paar Stunden nehmen wir die restlichen Kilometer bis Görlitz in Angriff.

Kleine Neiße Radtour Teil 1

Tag 1: Liberec

Anreise mit dem Regionalexpress nach Liberec. Liberec hat etwa 100.000 Einwohner, liegt unmittelbar am Fuße des Isergebirges und bietet jede Menge Ausflugsmöglichkeiten, auch zum etwas über 1000 m hohen Ještěd (Jeschken). Nach dem ausladen der Räder ging es ein paar hundert Meter vom Bahnhof hinunter in die Altstadt des früheren Reichenbergs. Wir nahmen unser Quartier am Rande der Innenstadt in einer kleinen Pension. Die Zimmer waren zwar einfach, hatten aber große gemütliche Betten. Außerdem lag unmittelbar am Quartier ein kleiner lauschiger Biergarten.

Wir machten uns frisch und schlenderten dann gemütlich durch die schöne Altstadt zum etwa 30 Minuten Fußwegs entfernten Zoo von Liberec.

Besonders sehenswert sind hier die weißen Tiger, die man in einem verglasten Gehege bewundern kann. Nach ihnen benannte sich auch der Eishockeyverein Bily Tigri. Der Zoo ist recht weitläufig und in die Landschaft eingebettet.

Abends saßen wir dann noch ein paar Stunden im Biergarten und ließen uns von böhmischer Küche und Schwarzbier verwöhnen.

Tag 2: Liberec – Burg Grabštejn – Hartau

Früh morgens nach dem Frühstück schwangen wir uns auf die Räder und verließen Liberec in Richtung Zittau. Wir hatten Glück mit dem Wetter und kamen gut über Feldwege und kleine Nebenstraßen voran. Kurz vor Hrádek nad Nisou (Grottau) bogen wir ab und nahmen ein kurzes Bergstück Richtung Burg Grabštejn (Grafenstein) in Angriff. Die Burg bietet einen weiten Blick übers Neißetal und lässt sich teilweise besichtigen. Alte Kelleranlagen, Ausstellungen und die Barbarakapelle.

Anschließend ging es flott bergab bis Hradek (Städtchen an der Bahnlinie Liberec-Zittau).

Wer hierher kommt sollte unbedingt am Marktplatz ( etwas versteckt bei der Kirche) eine Knoblauchsuppe genießen, was wir auch taten.

Nach wenigen Kilometern erreichten wir den unmittelbar an der Grenze gelegenen Kristýna See, einen beliebten Badesee. Nach einem Tag auf den Sätteln tat es richtig gut ein paar Runden zu schwimmen.

Gegen abend radelten wir noch die paar hundert Meter zu unserer Pension, gleich hinter der Grenze.

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